Albtraum

Ich stehe auf und versuche mich zurechtzufinden. Orientierungslos drehe ich mich im Kreis. Kahle, dürre Bäume soweit das Auge reicht, und - war das nicht ein Rascheln? Auf einmal sehe ich trotz der Dunkelheit alles scharf, alles außer dem schwarzen, undefinierbarem riesigen Etwas, das Alles mit seiner Dunkelheit zu verschlingen scheint. Panik steigt in mir hoch als es sich auf mich zu bewegt. Ich laufe los, die Bäume um mich rum verschwinden und verwandeln sich in Häuser. Ich bin in einer Stadt, alleine, nur mit dem Ding das mir auf den Fersen ist. Meine Kräfte beginnen zu schwinden, lange halte ich es nicht mehr aus. Mein Weg endet in einer Sackgasse. Mist. Langsam drehe ich mich um. Wut steigt in mir hoch, auf Alles, mich, die Welt, aber vor allem auf das Monster vor mir, das irgendwie gar nicht so groß ist wie eben im Wald. "und, was jetzt?" schreie ich, "los, hol mich doch!" Das Ding weicht etwas zurück. "hast du etwa Angst vor einem kleinen Mädchen?" Ich muss lachen, erst leise, dann immer lauter und höhnischer bis alles um mich rum zu schrumpfen scheint. Nein, falsch - ich werde nur größer! Ich lache immer weiter und dehne mich noch weiter aus. Als der Lachkrampf vorbei ist schaue ich nach unten. Vor mir steht eine Wand, an deren Ende ein kleines dunkelhaariges Mädchen im weißen Nachthemd sitzt. Es zittert vor Kälte und weint. Plötzlich durchzuckt mich der Schock der Erkenntnis. ICH bin die Alles verschlingende Dunkelheit.

30.12.13 15:24

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